Es ist Frühling. Und irgendwer hat vor langer Zeit entschieden, dass das bedeutet: alles raus, alles sauber, alles neu. Wer das war, ist nicht überliefert. Vermutlich jemand, dem es zu gut ging.
Die Sonne scheint jetzt durch Fenster, die den ganzen Winter über niemanden gestört haben. Plötzlich sieht man den Dreck. Der Dreck war vorher auch da. Aber jetzt scheint die Sonne drauf — und schon ist es ein gesellschaftliches Problem.
Man fängt an. Natürlich. Weil man sonst das Gefühl hat, irgendwie zu versagen — woran auch immer. An der Jahreszeit, wahrscheinlich.
Drei Kartons werden aus dem Schrank gezogen. Inhalt: Dinge, die man vor zwei Jahren nicht weggeworfen hat, weil man sie vielleicht noch braucht. Man braucht sie immer noch nicht. Sie kommen zurück in den Schrank.
Ein Regal wird abgewischt. Das Regal war okay. Ist es immer noch. Jetzt aber mit Gefühl.
Am Ende steht man in der Wohnung, die ungefähr genauso aussieht wie vorher, und hat das Fenster auf. Draußen ist Frühling. Drinnen riecht es nach Putzmittel.
Passt schon.
